Wir haben es satt

Mega-Mastanlagen und Antibiotikamissbrauch keine Chance geben

Zu einer vom Bund Naturschutz (BN) gestern veröffentlichten Untersuchung von antibiotikaresistenten Keimen in Billigfleisch erklärt Landesvorsitzende Sigi Hagl:

Sigi Hagl

Sigi Hagl

Tiere in Mega-Mastanlagen sind extremem Stress ausgesetzt und daher anfällig für Krankheiten. Sie überleben bis zur Schlachtreife oft nur mit Antibiotika. Je größer die Mastanlage, desto größer das Gesundheitsrisiko. Entsprechend hoch ist der Antibiotikaeinsatz. Ein auf Masse setzendes, agrarindustrielles Produktionssystem mit seinem Ressourcenverbrauch, seinem Tierleid, seinen Dumpingpreisen und seinen Arbeitsbedingungen ist weder nachhaltig noch zukunftsfähig.
Unser Ziel für Bayern ist es, den Bau von Agrarfabriken zu verhindern und unsere bäuerlich strukturierte, vielfältige und ökologische Landwirtschaft zu erhalten und auszubauen. Wir fordern eine drastische Reduktion des Antibiotika-Einsatzes und ein Verbot der sogenannten Reserveantibiotika in der Massentierhaltung. Sie müssen für die Humanmedizin reserviert bleiben. Auch mit dem Handelsabkommen TTIP droht uns ein Gesundheitsrisiko: In den USA dürfen Antibiotika nach wie vor als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt werden. Wir wollen nicht, dass solche Billigfleischimporte aus den USA über unsere Ladentheken gehen.

Der übermäßiger Einsatz von Antibiotika in Massentierhaltung gefährdet unsere Gesundheit: Besonders für ältere Menschen und Kinder können Infektionen durch multiresistente Erreger, sogenannte MRE, schnell lebensbedrohlich werden.  Auch in Bayern nehmen die MRE-Krankheitsfälle zum Teil stark zu. So verzeichnete der Landkreis Wunsiedel 2013 380 MRE–Fälle und einen Anstieg um 153 % in den Jahren 2010 bis 2013 (Quelle: zeit.de).

Die bayerischen Grünen unterstützen den Aufruf zur „Wir haben es satt“-Demo gegen Tierfabriken, Gentechnik und TTIP am Samstag, den 17. Januar in Berlin. Gemeinsam mit vielen Organisationen wird die Bundesregierung dazu aufgerufen, endlich auf bäuerliche und ökologische Landwirtschaft zu setzen.

Zeit/Ort:  17. Januar, 12 Uhr, Auftaktkundgebung, Potsdamer Platz, Berlin
Mehr Infos: www.wir-haben-es-satt.de