„Der Flächenfraß ist ein Raubbau an der Natur“

Sigi zu Besuch in Schwabach mit  Grünen-Kreisvorstandsmitglied Bernhard Spachmüller und Roland Oeser

Sigi zu Besuch in Schwabach mit Grünen-Kreisvorstandsmitglied Bernhard Spachmüller und Roland Oeser Foto: Robert Schmitt

„Der Flächenfraß ist ein Raubbau an der Natur“, sagte Sigi Hagl, als sie vor Kurzem im Rahmen ihrer Landwirtschaftstour in Schwabach zu Besuch war. Eingeladen hatte sie der KV Schwabach, um auf einer Veranstaltung des Kreisverbandes zum Thema Bodenschutz zu sprechen. „Ein ‚Weiter so‘ wird nicht gehen, wir brauchen dringend gemeinsame Strategien zur Siedlungsentwicklung“, zeigte sich die bayerische Landesvorsitzende überzeugt. Als Alternative schlug sie ein Flächenmanagement mit Leerstandskataster, einen Vorrang von Innenentwicklung sowie Nachverdichtung und kommunale Allianzen bei der Gewerbeansiedlung vor.

Heftige Vorwürfe machte sie in diesem Zusammenhang vor allem Markus Söder, der das Anbindungsgebot bei neuen Gewerbeflächen abzuschaffen plane. Nach diesem dürfen ausschließlich im Anschluss an bestehende Bebauung neue Einheiten entstehen. Die Folge wäre eine noch stärkere Flächennutzung. Dies können zu Verhältnissen wie in Italien führen: „Eine Gewerbeimmobilie nach der anderen entlang der Autobahnen.“

Der Besuch fand aus aktuellem Anlass statt: In Schwabach wurde wegen eines umstrittenen Bauprojektes der Flächennutzungsplan geändert, was den Protest zahlreicher BürgerInnen nach sich zog. „Wehret den Anfängen“, warnte Sigi Hagl, nachdem sie zu Beginn ihres Besuchs die Neubauflächen besichtigt hatte. Trotz der relativ kleinen Fläche, die nun mit Einfamilienhäusern bebaut werden soll, sieht Sigi Hagl die Gefahr, dass über kurz oder lang die gesamte zur Verfügung stehende Freifläche bebaut werde. „Eine Frischluftschneise, ein Naherholungsgebiet und eine gewachsene Wegeverbindung“ seien bedroht. Außerdem werde wertvolle Ackerfläche zerstört.

Auch die Bundesregierung plant den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu reduzieren. Für Bayern hieße das, dass nur noch 6 Hektar am Tag verbaut werden dürften. „Dazu wird eine erhebliche Anstrengung nötig sein, denn heute sind es noch 18 Hektar“, so Sigi Hagl.