Die Hälfte ist geschafft!

Das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ gegen den hohen Flächenverbrauch in Bayern findet großen Zuspruch in der Bevölkerung. Innerhalb nur weniger Wochen konnten bereits über 13.000 Unterschriften gesammelt werden. Das ist mehr als die Hälfte der erforderlichen 25.000 Unterschriften, um ein Volksbegehren in Bayern durchzuführen.

Die Bündnispartner äußerten sich zum aktuellen Stand am Donnerstag in München. Bündnissprecher Ludwig Hartmann erklärt die Beweggründe hinter dem Volksbegehren: „Das Ausmaß des ungezügelten Flächenverbrauchs in Bayern ist mittlerweile immens. Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, bevor es zu spät ist. Nur so können wir das Artensterben ausbremsen, die Ortskerne vor dem Aussterben schützen und unsere einzigartige bayerische Landschaft bewahren. Wir müssen denken, bevor der Bagger kommt.“

Klaus Mrazek, Vorsitzender ÖDP Bayern, ist ein erfahrener Initiator von Volksbegehren. „Die Rückmeldung aus der Bevölkerung zum Volksbegehren ist durchweg positiv. Beim Aktionstag am 21. Oktober haben sich Schlangen an den Unterschriftenständen gebildet. In Amberg haben wir innerhalb von zwei Stunden 200 Unterschriften gesammelt. Der verschwenderische Flächenverbrauch jenseits der Ortskerne wird sehr kritisch gesehen. Das Volksbegehren trifft einen Nerv bei den Bürgerinnen und Bürgern. Es erinnert mich sehr an den Start des Nichtraucher-Volksbegehrens und wird sicherlich deutschlandweit Signalwirkung haben.“

Josef Schmid, Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, bringt die Sicht der Landwirte und Erzeuger ein: „Der Boden steht am Anfang eines jeden Lebensmittels. Damit ist sein Erhalt für die Landwirte genauso wichtig wie für die ganze Gesellschaft. Denn der Boden ist ein begrenztes Gut, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen. In Bayern wird er knapp. Deshalb ist das Volksbegehren so wichtig.“

Sigi Hagl, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen ergänzt, wie die staatliche Kontrolle bei der Landesplanung bislang versagt: „Die Staatsregierung hat eine Verantwortung für die Landesentwicklung, der sie nicht nachkommt. Stattdessen fördert sie den Wildwuchs und das Ausfransen unserer Gemeinden und damit die Zerstörung unserer Kulturlandschaft. Wir haben in den letzten Woche gemerkt, wie stark das die Menschen bewegt. Egal ob in München oder Haßberge – niemand will ungezügelten Flächenverbrauch.“

Das Unterschriftensammeln in den lokalen Ortsgruppen des Bündnisses geht indes weiter. Auch auf dem Münchner Tollwood-Festival werden ab Ende November Unterschriften am Infostand des Volksbegehrens gesammelt. Die Bündnispartner sind zuversichtlich, bis Ende des Jahres die erforderliche Unterschriftenzahl von 25.000 einreichen zu können.

Alle Infos zum Volksbegehren: www.betonflut-eindaemmen.de