Ein großer Erfolg! Beim Rückbau muss jetzt Sicherheit vor Schnelligkeit gehen

Die Grünen in Bayern und Thüringen sehen die Stilllegung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld als großen Erfolg. Der bayerische Landesvorsitzende Eike Hallitzky spart nicht mit Lob für die Aktiven des Widerstandes:

Es war erst das Engagement unzähliger Bürgerinnen und Bürger, die es uns erst ermöglicht haben, die konservative Regierung zum Umsteuern zu zwingen. Das macht uns allen Mut für eine planmäßige Abschaltung der verbleibenden AKWs in Bayern zu kämpfen und die Seehofer-CSU Schritt für Schritt zur Energiewende zu treiben.

Grafenrheinfeld ist das erste der verblieben neun AKWs, das vom Netz geht. Für uns Grüne, die wir vor allem aus der Umwelt- und Anti-Atomkraftbewegung entstanden sind, ist dies ein erster großer Schritt zum Atomausstieg und hin zu einer Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien,

so Roberto Kobelt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und energiepolitischer Sprecher im Thüringer Landtag.

Zwischenlager verstärken

Zudem bleibt jetzt die Aufgabe, den Atommüll möglichst sicher zu lagern und das Kraftwerk zurückzubauen.

Eine gewaltige Herausforderung“, so Kobelt: „Direkt neben dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld steht Zwischenlager, eine Halle, in der abgebrannte Brennelemente in Castoren gelagert werden, mindestens 30 Jahre, vermutlich noch sehr viel länger. Die deutschen Zwischenlager sind baulich aber nicht wirklich sicher.

Für das AKW in Brunsbüttel war die Genehmigung des Zwischenlagers kürzlich per Gerichtsurteil entzogen worden. Begründung: Es ist nicht ausreichend gegen Terrorangriffe und Flugzeugabstürze geschützt.

In Grafenrheinfeld sind die Decken und Wandstärken noch geringer als in Brunsbüttel, hier müssten schon längst bauliche Verstärkungen zum Schutz der Bevölkerung in Franken und Thüringen geschaffen worden sein,

kritisiert Hallitzky die Untätigkeit der bayerischen Staatsregierung.

Auch in der Frage des Rückbaus des AKWs steht die bayerisch-thüringische Allianz der Grünen. Kobelt:

Unsere Botschaft: Sicherheit muss in jedem Fall vor Schnelligkeit gehen!

Beim Rückbau fällt neben dem hochaktiven Atommüll in großen Mengen schwach radioaktiver Müll an. Derzeit planen die Betreiber diesen Müll auf normalen Deponien zu entsorgen. Dabei besteht auch die Möglichkeit, die Reste des AKW mit anderem Schutt zu mischen, um dessen Strahlenbelastung zu verringern. Rund 90% des gesamten AKW könnte so als normaler Bauschutt enden. „Es gibt keine ungefährliche Strahlendosis. Deshalb verlangen die Grünen, dass alle Reste des Grafenrheinfelder AKWs sicher entsorgt werden.“
Hallitzky:

Das strahlende Erbe der unverantwortlichen Atompolitik wird uns noch viele Generationen mit Milliardenrisiken begleiten. Es ist das Erbe einer hochriskanten Politik, die gerade die CSU stets mit Vehemenz unterstützt hat und gegen die wir viele Jahrzehnte gekämpft haben. Jetzt müssen wir dieses Kapitel bei größtmöglicher Sicherheit beenden.