Europäisches Parlament wehrt sich gegen rückschrittliche Geister

Das Europäische Parlament hat heute den Vorschlag der EU-Kommission angenommen, wonach auf sogenannten „ökologischen Vorrangflächen“ (ÖVF) künftig keine Pestizide mehr eingesetzt werden dürfen. Die Abgeordneten Albert Deß (CSU) und John Agnew (UKIP, Großbritannien), die den Pestizideinsatz weiterhin erlauben wollten, sind mit ihrem Gegenantrag gescheitert.

Maria Heubuch, Mitglied im Landwirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments, kommentiert:

Ich bin sehr erleichtert, dass die Vernunft gesiegt und das Plenum anders entschieden hat als zuvor der von rückschrittlichen Geistern geprägte Agrarausschuss.

Die Ankündigung des Parlamentspräsidenten Tajani, das Agrarbudget um zwei Drittel kürzen zu wollen, sollte jedoch auch meinen Kolleginnen und Kollegen im Landwirtschaftsausschuss ernsthaft zu denken geben. Die Gelder müssen verstärkt in eine Ökologisierung der Landwirtschaft, in Tierschutzmaßnahmen, in kleine und mittlere bäuerliche Betriebe und in lokale Märkte fließen – ansonsten verliert die Agrarpolitik ihre Legitimität.

Die bayerische Landesvorsitzende der Grünen, Sigi Hagl, ergänzt:

In Bayern von Heimatliebe und sauberem Grundwasser schwätzen und im Europäischen Parlament das Artensterben beschleunigen – mit seinem Antrag hat Albert Deß das wahre Gesicht der CSU offenbart.

Nach dem heutigen Erfolg heißt es nun, Glyphosat generell zu verbieten und unabhängige Genehmigungsverfahren für Pestizide einzusetzen. Dafür unterstützen wir Grüne die Europäische Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“, die in wenigen Tagen die 1.-Millionen-Marke knackt.