Kühe auf der Weide

Glyphosat, nein danke!

Was europaweit am Alleingang des CSU-Landwirtschaftsministers Schmidt scheiterte, wird in der Chiemgau-Region Realität: Die Molkerei Berchtesgadener Land hat entschieden, Glyphosat von den Feldern und Wiesen ihrer Milchlieferanten zu verbannen.

Landesvorsitzende Sigi Hagl besuchte am vergangenen Mittwoch die Molkerei in Piding und tauschte sich mit Geschäftsführer Bernhard Pointner und dem Vorstandsvorsitzenden Andreas Argstatter aus. Hagl: „Glyphosat darf in Bayern keine Zukunft mehr haben. Die Molkerei Berchtesgadener Land hat mit ihrem Verzicht auf Glyphosat ein wichtiges Zeichen gesetzt. Auch immer mehr Landkreise entscheiden sich, glyphosatfrei zu werden. Damit dieses Gift endgültig vom‎ Acker kommt, braucht es jetzt ein nationales Verbot. Es darf nicht sein, dass Union und SPD weiter Konzerninteressen über die Interessen der Bürgerinnen und Bürger stellen. Die Menschen wollen dieses Gift nicht mehr.“ Dass der Verzicht auf Glyphosat ebenso wie eine gentechnikfreie Fütterung der Milchkühe bei der Molkerei Berchtesgadener Land eine klare Erwartungshaltung der Kundinnen und Kunden sei, daran ließ auch Geschäftsführer Bernhard Pointner keinen Zweifel.

Sigi Hagl zu Besuch in der Molkerei Berchtesgadener LandSigi Hagl machte sich bei ihrem Besuch in Piding außerdem ein Bild von der Nachhaltigkeitsstrategie der Genossenschaftsmolkerei. Intensiv arbeitet die Molkerei an der Weiterentwicklung nachhaltiger Verpackungen und übernimmt in Zusammenarbeit mit den Landwirten ökologische Verantwortung mit dem EuRegio Projekt „Wild und kultiviert – Regionale Vielfalt säen“ der UNESCO. Mit Blühwiesen sollen so die Artenvielfalt und der Erhalt der Bienen in der Region gestärkt werden. An der Entwicklung der typischen Alpen-Blühwiesen-Samenmischung war auch Bernhard Zimmer, Sprecher des Grünen Kreisverbandes Berchtesgadener Land beteiligt, der die Landesvorsitzende bei ihrem Besuch im Chiemgau begleitete.

Hagl: „Die Molkerei Berchtesgadener Land zeigt, wie Nachhaltigkeit, ökologische Verantwortung und faire Preise für die Milchbauern zusammengehen. Nicht Masse, sondern Qualität ist entscheidend, um den Milchviehhaltern in Bayern eine Zukunft zu geben.“ Natürlich muss es dabei auch den Tieren gut gehen. Wer den Kühen Auslauf bietet oder sie auf der Weide hält, erhält zusätzliche Prämien. Auf positive Resonanz stieß bei den Molkereivertretern die Forderung der Grünen, die bestehende staatliche Förderung für den Umbau von Anbindeställen in Laufställe für Kühe massiv auszuweiten. „Die Umbauförderung muss allen Landwirten zugute kommen, die aus der Anbindehaltung aussteigen und ihren Viehbestand nicht erhöhen. Nur durch eine Ausweitung des Förderprogramms können wir verhindern, dass weitere Milchbauern in Bayern ihre Höfe aufgeben“, so Hagl.