IG Metall und Grüne einig: Digitalisierung muss reguliert werden

IG Metall und Bündnis 90/Die Grünen in Bayern sind sich einig, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt reguliert und gestaltet werden muss. Ziel müsse sein, mit der Digitalisierung auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Mit der Digitalisierung dürfe deshalb keine Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten einhergehen, sondern im Gegenteil die Weiterentwicklung zu einer selbstbestimmten Arbeitswelt nach den Prinzipien des Sozialstaats. Dazu gehört auch ein besserer Schutz der Daten der Beschäftigten. Auf diese gemeinsame Position verständigten sich bei einem Treffen IG Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler, die grüne Spitzenkandidatin für die Landtagswahl Katharina Schulze und der Parteivorsitzende Eike Hallitzky.

Jürgen Wechsler: „Wir brauchen in der digitalisierten Arbeitswelt mehr Regulierung als heute. Denn in einer sich verändernden Arbeitswelt sind sichere Arbeit und soziale Absicherung für die Menschen noch wichtiger. Deshalb müssen wir das Normalarbeitsverhältnis schützen und den Arbeitnehmerbegriff erweitern, so dass künftig alle Erwerbstätigen zur Sozialversicherung gehören. Wir müssen Tarifverträge und die Mitbestimmung der Beschäftigten stärken. Mit einem Weiterbildungsgesetz müssen wir allen Beschäftigten das Recht geben, sich für die steigenden Anforderungen in der Digitalisierung zu qualifizieren. Und wir treten dafür ein, dass die vielen erfassten Daten der Beschäftigten nicht den Konzernen gehören dürfen. Deshalb brauchen wir einen besseren Arbeitnehmerdatenschutz.“

Katharina Schulze: „Die Digitalisierung erleichtert unseren Alltag, Wissen ist nicht mehr exklusiv, die Lebensqualität vieler Menschen steigt, mehr Beteiligung und Transparenz sind möglich. Aber sie verunsichert auch viele Menschen und ja, es gibt auch Gefahren. Wir Grünen wollen die Digitalisierung aktiv gestalten. Wir müssen die Chancen, die sie uns bietet, nutzen für eine nachhaltige Gestaltung unserer Arbeitswelt und Wirtschaft ohne die Arbeitnehmer*innenrechte und den Datenschutz auszuhebeln.“

Eike Hallitzky: „Durch eine konsequente Förderung des Lebenslangen Lernens unterstützen wir die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dabei, sich auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt vorzubereiten. Nur so können die Risiken der Digitalisierung für viele Beschäftigte gemildert und die Chancen auf einen zukunftssicheren Arbeitsplatz genutzt werden. Einer Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse und jeder Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten und Arbeitsschutzstandards unter dem Deckmantel der Digitalisierung werden wir mit aller Kraft entgegentreten.“