Mit grüner Frauenpolitik ist an alle gedacht!

Beim Kongress des Landesverbands machte Zara S. Pfeiffer eines klar: Feminismus muss neben der Fokussierung auf den Kampf gegen Sexismus immer auch andere Diskriminierungsformen mitdenken – die Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe/Herkunft, sexueller Orientierung oder Identität, Körper, Behinderung, Klassenzugehörigkeit.

Eine solche „intersektionale“ Frauenpolitik macht die Überschneidungen sichtbar, von denen viele betroffen sind (Frauen sind auch lesbisch, trans*, schwarz, dick, behindert…) und nutzt die Ähnlichkeiten in der Systematik der Diskriminierungsformen, um schlagkräftig gegen jede Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit vorzugehen.

Auf diese Weise stellen wir sicher: Grüne Frauenpolitik denkt an alle.

In 3 Workshops diskutierten die Teilnehmenden mit Politiker*innen und Expert*innen:

Workshop 1: „Lila Latzhose 2.0 | Feminismus: ein Fall für die Schublade oder selbstbewusst in die Zukunft?“
wurde moderiert von Lydia Dietrich, StRin, und fachlich begleitet von Zara S. Pfeiffer. Die Teilnehmenden diskutierten über ihr feministisches Selbstverständnis, entwarfen eine Vision von grüner Frauenpolitik und lieferten viele Ansatzpunkte für die Entwicklung politischer Strategien.

Workshop 2: „Andersrum ist Menschenrecht! Grüne Strategien wider den homophoben Irrsinn“
wurde von Beate Walter-Rosenheimer, MdB, moderiert. Den fachlichen Input lieferten Rita Braaz von LeTRA und Christopher Knoll von Sub e. V. und der Münchner Aidshilfe. Auch wenn sich rechtlich für LGBTIQ in Bayern viel verbessert hat, bleibt die Aufgabe, die Akzeptanz in der Gesellschaft zu erreichen, z. B durch Sichtbarmachen von Diskriminierung oder durch einen LGBTIQ-inklusiven bayerischen Bildungsplan.

Der zweiteilige Workshop 3 befasste sich mit den Bereichen Bildung und Rassismus:
Für den ersten Teil „Bildung im Zeichen des Regenbogens | Grüne Ideen für gelebte Vielfalt“ war Jakob Michalka vom diversity-Schulprojekt der Experte. In der Diskussion, moderiert von der Sprecherin der LAG Bildung Barbara Pfeuffer, wurde klar, wie wichtig nicht nur ein landesweiter Vielfalts-Bildungsplan ist sondern auch die Unterstützung der Lehrenden, z. B. über Vereine und positive Vorbilder.

Die Landesvorsitzende Sigi Hagl moderierte den Teil „Willkommen in Deutschland | Grundrechte, Gleichstellung und Vielfalt kann jede*r!“, bei dem Steve Malki und Hayati Kasli das HEROES-Projekt vorstellten. Es wurde besonders deutlich, wie viel feministische „Grundbildung“ die HEROES an den Schulen übernehmen, wenn sie in Workshops über Gleichberechtigung sprechen und die Jugendlichen durch ihr eigenes Vorbild dazu bringen, über ihre Wertvorstellungen nachzudenken.

Sigi Hagl zum Kongress: „Es ist gut und absolut wichtig, dass wir diesen Kongress organisiert haben. Nicht nur angesichts des Empfangs der sog. Demo für alle bei unserem Kultusminister, der deutlich zeigt, wie weit Antifeminismus aus der rechten Ecke in die politische Mitte gerückt ist. Wir erleben gerade von vielen Seiten einen Backlash, den wir aufhalten müssen, damit in Bayern jede*r so leben kann, wie er*sie will, ob Frau, Mann, Transperson oder als Schwuler oder Lesbe. Denn es ist kein Sonderrecht, selbstbestimmt zu leben!“

Wir bleiben dran!