Nur ein Umdenken in der Agrarpolitik kann das Höfesterben beenden

Die Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe geht seit 2010 dramatisch zurück, wie aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hervorgeht. Auch in Bayern verschwinden immer mehr Betriebe, erklärt die Landesvorsitzende der bayerischen Grünen, Sigi Hagl. Sie warnt vor einem unumkehrbaren Strukturbruch:

Das Höfesterben grassiert auch in Bayern. Vielerorts prägen Hofstellen zwar noch das Landschaftsbild, sind aber schon längst nicht mehr in Betrieb. Die Zahl der Schweinehalter sank in den vergangenen drei Jahren am stärksten um rund 24 Prozent auf knapp 10.800 Betriebe – wobei im gleichen Zeitraum die Anzahl der Schweine um lediglich 2,6 Prozent zurückging. Diese Zahlen verdeutlichen, dass immer mehr Bauern aufhören müssen, die Anzahl an Familienbetrieben sinkt und gleichzeitig die Größe der Betriebe kontinuierlich ansteigt.

Um das Höfesterben zu stoppen, brauchen wir dringend einen drastischen Wandel in der europäischen Förderpolitik. Es kann nicht sein, dass 80 Prozent der europäischen Fördergelder an 20 Prozent der allergrößten Betriebe gehen. Die bisherige reine Hektarprämie der sogenannten ersten Säule der europäischen Agrarförderung muss umgestaltet und an öffentliche Leistungen geknüpft werden, um dem Strukturbruch Einhalt zu gebieten.

Nur mit einer Abkehr von der derzeitigen, an Überproduktion und Export orientierten Landwirtschaftspolitik wird es gelingen, bäuerliche Strukturen zu bewahren, den Landwirten ein erträgliches Einkommen zu sichern und ihnen so eine Zukunftsperspektive zum Weitermachen zu eröffnen.

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen finden Sie unter http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/130/1813062.pdf.