Lizenz: Sigi Hagl mit Dipl. Agraringeneurin Doris Seibt (ganz links) und weiteren interessierten ZuhörerInnen

Saatgut ist Kulturgut

Im Rahmen ihrer Ernährung-und Landwirtschaftstour besuchte am Dienstag, den 21.7.2015, die bayerische Landesvorsitzende Sigi Hagl den Storchengarten in Markt Schwaben.

Bei schweißtreibenden Temperaturen versammelten sich zusammen mit Sigi Hagl ein Dutzend Interessierte um Dipl. Agraringeneurin Doris Seibt und wurden mit großer Sachkunde informiert.

Der Storchengarten ist ein Projekt des VEN ( „Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V.“). Das Ziel des Projekts ist nicht nur die Erhaltung und Weiternutzung historischer Nutzpflanzensorten (demonstriert am Meerkohl oder der Haferwurzel, der Urform der Schwarzwurzel), sondern auch von Gemüsesorten, die früher in der Region heimisch waren. Dafür werden die Samen fachgerecht geerntet und gelagert, um wieder ausgesät und weitergegeben zu werden. Mit Begeisterung stellten die Teilnehmer zahlreiche Fragen und kosteten Gemüse und Kräuter.

Zur Geschichte des Storchengartens erläuterte Doris Seibt, dass er durch die Initiative einer Interessengemeinschaft Schwabener Moos um Frau Stephanie Adlberger in Markt Schwaben entstand. Der Großteil des Areals wird von interessierten „Gartlern“ bewirtschaftet. Auf einem Teil davon entwickelt Doris Seibt ein Projekt des VEN gemeinsam mit dem Dachverband dieses Vereins und der Deutschen Bundes Umweltstiftung weiter: Das Projekt läuft seit vergangenem Jahr unter dem Motto:: „Vielfalt bewahren–wie geht das“ und findet in verschiedenen Bundesländern statt.

Weiterhin erläutert Doris Seibt die Schwierigkeit, die regionalen Sorten überhaupt aufzufinden und allgemein bei Nutzpflanzen solche zu erhalten, die noch keimfähige Samen bilden.Das momentan größte Problem stellen die zweijährigen Nutzpflanzen dar, da der Bereich des Storchengartens „wandert“, da er immer auf einem brachliegenden Acker neu angelegt wird.

Sigi Hagl zeigt sich begeistert von dem Projekt:

Die biologische Vielfalt in Bayern ist gefährdet. Das hat mit der Monopolisierung auf dem Saatgutmarkt zu tun. Einige wenige Großkonzerne wie Monsanto bestimmen, was auf den Feldern angebaut wird und liefern das Pflanzengift dazu gleich noch mit. Deshalb ist es wichtig, den weiteren Verlust von Sortenvielfalt und Wissen darüber aufzuhalten. Genau darum brauchen wir mehr solcher Projekte wie den Storchengarten, und eine Förderung entsprechender Forschungsinitiativen. Denn Saatgut ist Ernährungssouveränität

 

Nicht nur Sigi Hagl, sondern alle TeilnehmerInnen waren beeindruckt und meinten, es lohne sich sehr, das Projekt zu besichtigen und die Webseite des VEN (www.nutzpflanzenvielfalt.de) zu besuchen.

Außerdem lohnt es sich noch, den Grünen Leitantrag zur Landwirtschaft zu lesen und mitzugestalten:

https://landwirtschaft.antragsgruen.de/landwirtschaft/antrag/2577/