„Damit Bayern Heimat bleibt“: Bündnis startet Volksbegehren gegen Flächenverbrauch

Eike Hallitzky, Klaus Mrasek, Ludwig Hartmann, Josef Schmid (v.l.n.r) bei der Auftaktaktion

Eike Hallitzky, Klaus Mrasek, Ludwig Hartmann, Josef Schmid (v.l.n.r) bei der Auftaktaktion

Jeden Tag verschwinden in Bayern 13 Hektar Natur unter Asphalt und Beton. Das entspricht im Jahr einer Fläche so groß wie der Ammersee. „Die ungebremste Asphalt-und Betonlawine vernichtet Wiesen, Felder und Wälder. Sie führt zur Verödung der Ortskerne und hinterlässt bleibende Narben in unserer Umwelt und unserer einmaligen Kulturlandschaft. So verliert Bayern sein Gesicht. Wir wollen, dass Bayern Heimat bleibt und die Betonflut endlich eindämmen – deshalb starten wir heute das Volksbegehren“, erklärt Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der bayerischen Grünen und Sprecher des Bündnisses zum Auftakt am Freitag, 8. September 2017, in München.

Derzeit besteht das Bündnis aus den bayerischen Grünen, der ÖDP Bayern und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern.

„Mit dem Volksbegehren wollen wir den Flächenverbrauch per Gesetz auf maximal fünf Hektar pro Tag begrenzt. Dieser Beton-Irrsinn gehört umgehend gestoppt!“, so Klaus Mrasek, der Landesvorsitzende der ÖDP Bayern und stellvertretender Beauftragter der Initiative. „Mit maximal fünf Hektar pro Tag wird der ausufernden Flächenverbrauch erfolgreich eindämmt. Zugleich bleibt genug Raum für den Bau von Wohnungen und Gewerbe. Ich bin zuversichtlich, dass die Bürger in Bayern dieses Angebot zur Erhaltung unserer bayerischen Heimat aufgreifen und zum Erfolg führen werden.“

Unterstützt wird das Bündnis auch von der AbL Bayern, wie der Vorsitzende Josef Schmid erklärt: „Die Auswirkungen des Flächenverbrauchs auf die Landwirtschaft sind enorm. Neue Gewerbegebiete oder Straßen gehen stets zu Lasten von Acker- und Weidefläche. Es ist völlig irrsinnig und umweltschädlich, den Schwund an Fläche durch eine intensivere Düngung und mehr Pflanzengifte auszugleichen. Und außerdem bedeuten weniger natürliche Flächen weniger Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Schon heute verzeichnen wir einen dramatischen Rückgang vor allem bei Insekten und Vögeln.“

Im ersten Schritt sammelt das Bündnis 25.000 Unterschriften. „Unser Ziel ist es, diese Wegmarke von 25.000 gültigen Unterschriften bis Ende des Jahres erreicht zu haben und den Zulassungsantrag für das Volksbegehren beim bayerischen Innenministerium einzureichen“, erklärt Sigi Hagl, die Landesvorsitzende der bayerischen Grünen. „Ich bin zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird, denn egal, wo in Bayern man hinkommt, jeder kennt und sieht diese gigantischen Gewerbegebiete, Einkaufszentren, Logistikhallen, die unsere Landschaft verschandeln. Eines der dramatischsten Beispiele ist das BMW-Logistikzentrum Wallersdorf mit einem Flachbau auf 235.000 m² vormals fruchtbarstem Ackerboden. So kann es nicht weitergehen.“

„Wir streben mit dem Volksbegehren das an, wovon die CSU nur redet: Wir wollen die Kultur- und Naturlandschaft und die Lebensqualität in Bayern erhalten“, ergänzt der Landesvorsitzende Eike Hallitzky.

Weitere Informationen zum Volksbegehren „Damit Bayern Heimat bleibt: Betonflut eindämmen“ finden Sie unter: www.betonflut-eindaemmen.de