„Wer B sagt muss auch C sagen“: Beide Blöcke des AKW Gundremmingen müssen unverzüglich vom Netz!

Beschlusstext

Der Bayerische Landesverband von Bündnis 90 / Die Grünen fordert, die beiden Reaktoren B und C des AKW Gundremmingen aus Sicherheitsgründen unverzüglich abzuschalten.

Begründung

Die Gundremminger Reaktoren sind die letzten Siedewasserreaktoren Deutschlands. Wie die havarierten Siedewasserreaktoren in Fukushima verfügen sie, im Gegensatz zu Druckwasserreaktoren, nur über einen Hauptkreislauf.

Jahr für Jahr ereignen sich in Gundremmingen besorgniserregende Zwischenfälle. So kam es 2015 zu einer Reaktorschnellabschaltung, da ein externer Mitarbeiter statt der Druckluft des zu diesem Zeitpunkt stillstehenden Reaktors B, die für die Betriebssicherheit existenzielle Druckluft des laufenden Reaktors C ausschaltete. Im selben Jahr stürzte ein Brennelement bei der Umlagerung mit einem Kran ab.

Im April 2016 stellte sich heraus, dass eine Pumpe des Nachkühlsystems von Block C für einen turnusgemäßen Start nicht in Betrieb genommen werden konnte.

Auch im letzten halben Jahr kam es wieder zu einem meldepflichtigen Ereignis und mehreren Störungen. Wegen einer Undichtigkeit an einem Ventilgehäuse musste Block C im Januar heruntergefahren werden. Block B wurde Ende Februar wegen eines fehlerhaften Ventils mit einer von Hand ausgelösten Reaktorschnellabschaltung abgeschaltet. Zudem häufen sich seit Jahren Meldungen über undichte Spaltelemente.

Gerade hat ein Gutachten renommierter Experten festgestellt, dass die Notkühlsysteme am AKW Gundremmingen nicht den Vorschriften der deutschen Atomaufsicht entsprechen. Das Not- und Nachkühlsystem des AKW ist nicht vollständig erdbebensicher, im Erdbebenfall wäre eine Kernschmelze nicht auszuschließen.

Das mit Abstand gefährlichste noch laufende AKW Deutschlands steht in Bayern und muss aus den oben genannten Gründen so schnell wie möglich vom Netz.