Robert Habeck, Andreas Krahl und Ludwig Hartmann im Kuhstall des Dopferhofs
Beim Hofrundgang auf dem Dopferhof in Huglfing: Robert Habeck, Andreas Krahl und Spitzenkandidat Ludwig Hartmann

Wir dürfen unsere ländliche Identität nicht verlieren

„Es ist Zeit, gemeinsam die Agrarpolitik umfassend umzugestalten.“ Robert Habeck, Grünen-Bundesvorsitzender und Noch-Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, war am Sonntag Hauptredner beim Milchbauerntag des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BSM) auf dem Hof der Familie Dopfer in Huglfing. Vor hunderten von Landwirtinnen und Landwirten machte er deutlich, dass das derzeitige Agrarsystem weder ökologisch noch ökonomisch den Anforderungen der Gegenwart gerecht wird: „Wenn wir es zulassen, dass Landwirte unter einem so massiven ökonomischen Druck arbeiten müssen, dass sie nur über Masse und mit intensivster Bewirtschaftung ihre Höfe halten können, und gleichzeitig zulassen, dass Unmengen der erzeugten Lebensmittel aussortiert, weggeschmissen werden, dann läuft etwas gewaltig schief. Wir brauchen eine Politik FÜR die Landwirte, für familienbezogene, handwirtschaftliche Landwirtschaft, so wie wir sie kennen. Und das kann ein ‚Weiter so‘ in der Agrarpolitik nicht sein.“

Umweltfreundliche Maßstäbe für EU-Subventionen

EU-Agrargelder gilt es sinnvoll umzuverteilen, orientiert an umweltfreundlichen Maßstäben, und Landwirte müssen für eine Extensivierung bezahlt werden. Ziel muss sein, einen Zustand zu erschaffen, wo das System die Landwirte nicht zwingt, so viel und so billig wie möglich zu produzieren, sondern wo die realen Probleme der Gegenwart, nämlich das Höfesterben, der Verlust der ländlichen Identität  und die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, angegangen werden.

Das Politikversagen bei der Steuerung der Milchmengen kritisierte Habeck scharf: „Es ist ein System, in dem die Krise in der Milchviehhaltung zum Normalfall geworden ist.“ Er forderte die Gründung einer EU-Instanz, die den Milchmarkt europaweit beobachtet und bei einer sich anbahnenden Milchkrise die Menge reguliert.

Mit 40 Kühen und eigener Joghurt-Herstellung eigene Wege gehen

Nach dem Milchbauerntag ging es für die grüne Delegation zum Marx-Hof nach Obersöchering. Die Familie Westenrieder hat sich mit einer kleinen, hofeigenen Molkerei unabhängig gemacht. Dort wird aus der Heumilch vom Hof Bio-Joghurt hergestellt. So kann man auch mit nur 40 Kühen auf der Weide ein gutes Auskommen erwirtschaften. Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann findet das einfach genial: „Die ganze Wertschöpfung bleibt beim Landwirt. Genau so soll es sein. Und die Begeisterung, mit der Landwirt Josef Westenrieder von der mutigen Umgestaltung seines Betriebs erzählt, zeigt, dass es der richtige Schritt war.“

 

Robert Habecks persönliche Eindrücke von diesem Tag könnt ihr auf seinem Blog nachlesen.

 

Und hier noch ein paar fotografische Eindrücke: