Ziemlich hinterhältig: CSU stellt sich gegen geplantes EU-Pestizidverbot

Das Europäische Parlament berät derzeit über die Pläne der Europäischen Kommission für ein Verbot von Pflanzengift auf ökologischen Vorrangflächen. Noch bis zum 2. Mai läuft eine breite öffentliche Konsultation dazu. Die CSU stellt sich dem entgegen. Hierzu erklärt Sigi Hagl, Landesvorsitzende der bayerischen Grünen:

Pflanzengift auf ökologischen Vorrangflächen ist ein Widerspruch in sich. Ökologische Vorrangflächen müssen grundsätzlich frei davon bleiben. Dass sich die CSU im Europäischen Parlament dem von der EU-Kommission geplanten Pestizidverbot entgegenstellt und dafür auch noch mit der rechtspopulistischen, europafeindlichen UKIP-Partei paktieren will, ist skandalös. Europa braucht eine klare Haltung und keine Kollaboration mit EU-Feinden.

Der CSU-Abgeordnete Albert Deß soll im Parlament durchsetzen, womit CSU-Landwirtschaftsminister Schmidt zuvor im Bundeskabinett erfreulicherweise gescheitert ist. Einmal mehr wird klar: Die CSU sitzt auf dem Schoß der Agrochemiekonzerne und stellt deren Interessen über die von Mensch und Natur.

Das Pestizidverbot ist dringend notwendig, um die Vielfalt von Pflanzen und Tieren zu schützen. Auch für Bayern fordern wir Grüne endlich geeignete Maßnahmen zur Minimierung des Gifteinsatzes. Bis 2030 wollen wir die Agrargifte in Bayern um die Hälfte reduzieren. Langfristig ist das Ziel, die Landwirtschaft in die Lage zu versetzt, ganz ohne Pestizide auszukommen. Außerdem treten wir ein für ein sofortiges, europaweites Verbot von Glyphosat und bienengefährdenden Ackergiften. Eine andere Landwirtschaft ist notwendig und nur mit Grün möglich.

Den Beschluss der bayerischen Grünen „Agrarwende jetzt – Für eine giftfreie Landwirtschaft in Bayern“ vom 1. April 2017 finden Sie hier.