Zu Besuch beim Biohof Degel in Oberfranken

1992 hatte es Hilmar Degel satt: Er wollte keine chemischen Pflanzenschutzmittel und Düngemittel mehr auf seine Felder spritzen. Deshalb stellten seine Frau Renate und er ihren konventionellen Nebenerwerbshof auf einen Demeter-Vollerwerbsbetrieb um. Heute haben sie Hühner, Schweine und gut 30 Kühe in Mutterkuhhaltung. Eine Angestellte in Vollzeit unterstützt den kleinen Familienbetrieb im oberfränkischen Bad Steben. Das Getreide wird in der hofeigenen Bäckerei verarbeitet. Produkte werden in einem kleinen Hofladen verkauft.

Neue Auflagen und strengere Dokumentationspflichten mache es kleinen Betrieben schwer zu überleben, meint Hilmar Degel beim Besuch der grünen Landesvorsitzenden Sigi Hagl, die u.a. von der Bezirksvorsitzenden der oberfränksichen Grünen Christine Schoerner und vielen Mitgliedern aus dem Kreisvorstand Hof begleitet wird. Ebenso wichtig sei es, die regionale Kreislaufwirtschaft zu stärken. Ökolandbau brauche auch die Verarbeitung und Veredelung der Erzeugnisse vor Ort, meint der Landwirt, doch immer mehr Metzger beispielsweise würden das Handtuch schmeißen.

Ökolandbau finde in der Ausbildung der Landwirte viel zu wenig Berücksichtigung, betont Sigi Hagl. Junge Landwirtinnen und Landwirte würden darauf getrimmt, immer mehr Ertrag aus den Böden und der Tierhaltung herauszuholen, das Dogma „Wachsen oder Weichen” bestimme die Ausbildung.

Landesvorstizende Sigi Hagl:

Sigi Hagl

Trotz Ökoboom stagniert die Zahl der Ökobetriebe in Bayern, weil die Anreize dazu fehlen. Ökologische Landwirtschaft muss gegenüber konventionellen Betrieben deutlich besser honoriert werden. Der Schutz der Umwelt und des Wassers – durch den Verzicht auf chemische Spritzmittel und schonende Düngung der Böden im Ökoanbau – muss sich im Fördersystem widerspiegeln. Die Anhebung der Ökoprämie auf den Höchstfördersatz ist längst überfällig. Wir begrüßen es, dass Landwirtschaftsminister Brunner nun endlich diese alte Forderung der Grünen umsetzen will. Doch ist es damit nicht getan: der Förder- und Vorschriftsdschungel muss gelichtet werden und den Landwirten Beratung bei der Umstellung ihrer Höfe auf Bio bzw. für die Weiterführung ökologischer Höfe angeboten werden.


Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hat – auf dem Papier –  endlich die Blockadehaltung der CSU gegenüber langjährigen grünen Forderungen verlassen und sie sogar in schönen Worten in seinem Landesprogramm „BIO-Regio” eingearbeitet. Anders als im Landkreis Miesbach, der mit 25% die meisten Biolandwirte in Deutschland hat, dümpelt die Quote für ganz Bayern bei gerade einmal sechs Prozent.

Wir werden weiter mit aller Kraft die CSU und Minister Brunner vor uns hertreiben, damit endlich der Anteil der Biolandwirtschaft in Bayern wächst und gerade auch die kleinen, familiären Betriebe eine gute Chance haben zu überleben.

verspricht Sigi Hagl.

Weiterlesen

Mehr zum Thema Gutes Essen – Gutes Leben.