Zwei für Bayern. Start der Grünen Urwahl-Tour.

Am Samstag, 2. Dezember 2017, starteten die bayerischen Grünen in München mit rund 100 Besucherinnen und Besuchern ihre Urwahl-Tour durch alle sieben Bezirke. Auf dem sogenannten Urwahlforum stellten sich die drei Bewerberinnen und Bewerber um das Spitzenduo für die Landtagswahl 2018 den Fragen der Gäste.

Sigi Hagl, Ludwig Hartmann, Katharina Schulze, Thomas Gehring, Eike Hallitzky (v.l.n.r.)

Sigi Hagl, Ludwig Hartmann, Katharina Schulze, Thomas Gehring, Eike Hallitzky (v.l.n.r.)

Katharina Schulze zum ÖPNV (O-Ton): „Eine der wichtigsten Dinge, was wir in die Tat umsetzen werden, ist, in den ÖPNV zu investieren. Wir haben als Grüne Landtagsfraktion die sogenannte Mobilitätsgarantie ausgerufen: Wir möchten, dass man zwischen fünf Uhr und Mitternacht ein Mal in der Stunde auf jeden Fall einen Anschluss hat. Es gibt Regionen in Bayern, da fährt drei Mal am Tag der Bus und um 18:00 Uhr das letzte Mal. Das heißt, das Allerwichtigste ist, in den Ausbau zu investieren. Wir brauchen mehr ÖPNV, damit mehr Menschen den auch nutzen können. Und dann können wir im zweiten Schritt darüber nachdenken, das ganze kostengünstig zu gestalten – beispielsweise durch Ausbildungstickets, sodass junge Menschen das auch nutzen.“

Katharina Schulze (O-Ton): „2018 machen wir Bayern zum ökologischen und digitalen Vorreiter in unserem Land und darauf freue ich mich.“

Thomas Gehring zu Bildung (O-Ton): „Wir müssen mehr in unsere Bildung investieren. Wir brauchen im Kindergarten mehr Qualität. Das heißt, kleinere Gruppen pro Erzieher, also eine andere Betreuungsrelation, und wir müssen auch im Kindergarten schon anfangen, dass wir Personal haben, das zusätzlich eine Gruppe unterstützen kann. Der zweite Baustein sind Grundschulen: Wir brauchen in der Grundschule eine zweite Lehrkraft zumindest in bestimmten Situationen und Klassen, damit die Kinder entsprechende Unterstützung haben – gerade wenn es verhaltensoriginelle Kinder sind oder es unterschiedlichen Defizite gibt, die die Kinder von zu Hause mitbringen. Dann muss unterstützt werden. Denn tatsächlich ist es leider so, dass der soziale Hintergrund – auch in Bayern – nach wie vor über den Bildungserfolg entscheidet.“

Thomas Gehring zu Digitalisierung (O-Ton): „Genauso wichtig wie die Zufahrt zu einem Haus ist heute eine Internetleitung. Auch beim letzten Einödhof müssen die Landwirte, wenn ein Kalb frisch geboren ist, die Daten per E-Mail übermitteln. Bis zum letzten Hof brauchen wir eine Infrastruktur, um Teilhabe zu schaffen.“

Ludwig Hartmann zu Wachstumskritik und dem Volksbegehren ‚Betonflut eindämmen‘ (O-Ton): „Wir haben das Thema Wachstumskritik in München schon mal gesetzt mit dem Bürgerbegehren gegen die Dritte Startbahn. Das war eine Wachstumskritik in der Form, dass die Menschen in Ballungsgebieten ganz klar sagen: Wir haben ein Level erreicht, das kann so nicht weitergehen. Wachstum im Großraum München zum Beispiel verschärft ja Probleme, die wir ohnehin schon haben. Wir müssen dafür sorgen, dass wir das Wachstum besser in Bayern verteilen. Und das Volksbegehren ‚Betonflut eindämmen‘ ist ein richtiger Weg. Die Bevölkerung in Bayern ist von 1980 bis 2014 um 15 Prozent gewachsen. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche um 50 Prozent. Da stimmt was nicht zusammen. Da ist ganz klar: Wir müssen deutlich drunter. Wo wir Fläche noch brauchen, damit eine neue Schule entsteht, ist das natürlich machbar. Aber Wachstum um des Wachstums willen soll es in Zukunft so nicht mehr geben.“

Ludwig Hartmann zu giftfreier Landwirtschaft (O-Ton): „Es darf nicht das Grüne Ziel sein, ein bisschen Bio zu fördern und eine gute Nische zu schaffen. Das Ziel muss sein: Eine giftfreie Landwirtschaft für ganz Bayern. Da müssen wir hin. Eine gute Nische schaffen und der Rest darf machen, was er will, das kann es nicht sein.“

 

Das nächste Urwahlforum findet am Samstag, 16. Dezember 2017, ab 14:00 Uhr in Würzburg statt. Alle weiteren Termine finden Sie unter https://gruene-bayern.de/zeitplan-urwahlforen.