Pflanzenbasierte Ernährung systematisch stärken

Wir setzen uns für eine sozial-ökologisch gerechte Transformation des Ernährungssystems hin zu einer stärker pflanzenbasierten Ernährung ein. Ziel ist es, Tierleid zu reduzieren, Klima und Umwelt zu schützen, die öffentliche Gesundheit zu stärken und die Ernährungssicherheit langfristig zu sichern.

Dafür müssen politische Rahmenbedingungen pflanzenbasierte Ernährung erleichtern, landwirtschaftliche Betriebe beim Umbau unterstützen und öffentliche Einrichtungen ihrer Verantwortung bei Beschaffung und Verpflegung gerecht werden.

1. Gemeinschaftsverpflegung als zentralen Hebel nutzen

In Kitas, Schulen, Hochschulen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Behörden und weiteren Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung soll eine attraktive pflanzenbasierte Mahlzeit zur Standardoption werden.

Tierische Angebote können bestehen bleiben, sollen aber nicht die Standardwahl darstellen. Auch die Kirchen als bedeutende Träger sozialer Einrichtungen sollen einbezogen werden.

Bund und Länder unterstützen die Umstellung durch geeignete Beschaffungsvorgaben, Beratung, Finanzierung sowie Aus- und Weiterbildung des Küchenpersonals. Pflanzenbasiertes Kochen soll Bestandteil der Kochausbildung werden.

2. Landwirtschaftliche Transformation fair gestalten

Landwirtschaftliche Betriebe brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionshilfen und Übergangsabsicherungen für die Umstellung auf pflanzliche Produktion und neue regionale Wertschöpfungsmodelle.

Förderprogramme und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sollen stärker an Klima-, Umwelt-, Tierwohl- und Transformationszielen ausgerichtet werden. Der Umbau muss dem Prinzip einer sozial gerechten Just Transition folgen und Betrieben neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.

3. Ernährungssicherheit und Krisenresilienz stärken

Um Ernährungssicherheit und Krisenresilienz zu stärken, bauen wir regionale Produktions- und Verarbeitungskapazitäten für pflanzliche Grundnahrungsmittel und heimische Proteine zielgerichtet aus. Dies senkt Importabhängigkeiten und sichert eine effiziente, direkte Flächennutzung für die menschliche Ernährung.

4. Faire Rahmenbedingungen für pflanzenbasierte Ernährung schaffen

Pflanzenbasierte Ernährung darf nicht an finanziellen oder strukturellen Hürden scheitern. Steuer-, Förder- und Beschaffungsstrukturen sollen deshalb darauf überprüft werden, ob sie nachhaltige Ernährungsweisen fördern oder behindern.

Pflanzliche Grundnahrungsmittel und pflanzenbasierte Alternativen dürfen steuerlich nicht benachteiligt werden. Gesunde und nachhaltige Ernährung muss für alle zugänglich sein.

5. Ernährungsbildung stärken

Ernährungsbildung soll entlang der gesamten Bildungsbiografie verankert werden. Dazu gehören Kenntnisse über Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Tierwohl und globale Ernährungssysteme sowie praktische Kompetenzen wie Kochen und Lebensmittelkunde.

Ziel ist es, Menschen zu befähigen, informierte und selbstbestimmte Ernährungsentscheidungen zu treffen.

6. Regionale pflanzliche Wertschöpfung und Innovation ausbauen

Der Anbau heimischer Proteinpflanzen, regionale Verarbeitung und Vermarktung sowie Forschung und Entwicklung im Bereich pflanzenbasierter Lebensmittel und alternativer Proteine sollen gezielt gefördert werden.

So entstehen neue wirtschaftliche Perspektiven im ländlichen Raum und zugleich resilientere regionale Ernährungsstrukturen.

Beschlossen auf der Landesdelegiertenkonferenz 2026 in Landshut.

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