Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen bestätigt, dass das 1,5-Grad-Ziel nicht mehr einzuhalten sein wird und wir für einen gewissen Zeitraum diese Grenze überschreiten. Das bedeutet weitere enorme Waldbrände weltweit, massive Umweltkatastrophen wie zuletzt in Neapel und einen Anstieg der Hitzetoten weltweit, wie er bereits in diesem Sommer zu beobachten war.
Im internationalen Verbund müssen wir Klimaneutralität endlich ernst nehmen und in Bayern unserer Verantwortung gerecht werden. Damit besteht die Chance, dieses 1,5-Grad-Ziel zumindest in einigen Jahren zu erreichen und damit auch in Bayern unser sicheres und freies Leben zu schützen und Menschenleben zu retten. Genau deshalb müssen wir die Weichen jetzt umso entschlossener stellen.
Für uns ist klar, dass wir in keiner Welt leben wollen, in der wir beim Land- und Ressourcenverbrauch jedes Jahr früher unsere Ressourcen aufbrauchen und damit auch massiv unser Klima belasten. Die Klimakrise ist längst auch vor unserer Haustür in Bayern. Das wissen wir nicht erst seit diesem Sommer, in dem Trinkwasser in Regionen fehlte, die damit bislang keine Probleme hatten. Allein in Bayern gab es mehr als zweitausend Hitzetote und zahlreiche Flüsse führten kein Wasser mehr. Gleichzeitig häufen sich Sturzfluten und Hagel. Menschen und Wirtschaft leiden unter Ernteschäden, gesundheitlichen Problemen und Toten, hohen Transportkosten und langen Ausfällen in der Schifffahrt, Schäden an Häusern, Kirchen, Betrieben.
Die größte ökologische Krise ist bereits Realität – hier in Bayern und weltweit. Die Bürger*innen erwarten eine Politik, die anpackt und ihre Gesundheit, ihre Wohnung und ihre Freiheit sichern und stärken.
Deshalb beschließen wir:
Bayern darf sein Klimaziel nicht nach hinten verschieben, sondern muss es vorziehen, wie von uns GRÜNEN seit Langem gefordert. Wir tun alles, um bereits 2035 sozial gerecht klimaneutral zu werden. Dazu setzen wir auf billige und sichere Wärme und Strom aus Bayern sowie auf bezahlbare und verlässliche Mobilität. Zudem wollen wir danach klimapositiv werden und Treibhausgase dauerhaft binden, um dem 1,5-Grad-Ziel wieder näher zu kommen.
Dafür stellen wir Förderprogramme für fossile Technologien umgehend ein und setzen uns weiterhin ein für eine wirksame Bepreisung der CO2-Emissionen mit ihren tatsächlichen Kosten, also auch den Folgekosten für künftige Generationen. Klimapositivität erreichen wir durch die umfassende Renaturierung von Mooren und Gewässern und den Umbau der Wälder sowie Aufforstung. Davon profitieren wir alle gesundheitlich, wirtschaftlich sowie von der Aufenthaltsqualität.
Wir wollen Kommunen so ausstatten, dass sie den Wandel vor Ort sofort entschlossen beginnen können. Dazu gehört die finanzielle Unterstützung für die sozial-ökologische Transformation, die Weitergabe von Erfolgsprojekten aus anderen Regionen und Unterstützung beim Ausbau der Erneuerbaren Energien, wenn diese Investitionen in unser aller Zukunft nicht aus eigener Kraft getragen werden können.
Dabei federn wir soziale Härten durch transparente Politik und finanzielle Unterstützung für finanzschwache Betroffene konsequent ab. Durch das Klimageld schaffen wir einen sozialen Ausgleich, der Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen deutlich entlastet. Zudem bauen wir Förderprogramme aus, sodass wirklich alle den Traum von den Freiheitsenergien bei sich vor der Haustür umsetzen können und nicht nur wenige Privilegierte.
Keine andere Partei in Bayern steht so sehr für ambitionierten Klimaschutz wie die GRÜNEN. Während sich viele Menschen Sorgen um die Zukunft dieses Planeten machen, schaffen wir ambitionierte Ziele, die wir durch starken Einsatz vor Ort umsetzen. Damit erhalten wir den Planeten für die nächsten Generationen, schaffen neue Zukunftsperspektiven durch die Unabhängigkeit von teuren Fossilen und sorgen vor Ort sowie im Geldbeutel der Menschen für Gewinne durch Klimaschutz.
Beschlossen auf der Landesdelegiertenkonferenz 2026 in Landshut.