Henrike Hahn und Reinhard von Wittken_Bayerische Kandidaten für Europa

Zwei aus Bayern für Europa

Für die Europawahlen im kommenden Frühjahr wurden zwei Bayernvoten für die grüne Europaliste an Henrike Hahn und Reinhard von Wittken vergeben. Lerne die beiden kennen…

 

Henrike Hahn 

Wer bist du, beruflich und privat?

Als Politologin habe ich wissenschaftlich in verschiedenen Forschungsinstituten zu Fragen der Weiterentwicklung der EU gearbeitet, später auch zur Haushaltspolitik im Bayerischen Landtag, und im Bundestag. Als Unternehmensberaterin habe ich langjährige Erfahrung in der Strategieberatung technologieorientierter Unternehmen in Nordamerika und Europa. Seit vielen Jahren stecke ich viel Zeit und Leidenschaft in meine politische Arbeit bei den Grünen, seit 2017 als Mitglied des Landesvorstandes und seit 2012 als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen. Ich wurde in München geboren und bin in einem kleinen Dorf in Bayern aufgewachsen. Als Kind habe ich viel Zeit im Wald verbracht. An dieses gute Gefühl, mit der Natur verbunden zu sein, muss ich oft bei meiner Arbeit für die Grünen denken, denn meine Liebe zur Natur ist für mich der Motor meines politischen Engagements. Diese Wertschätzung für unsere schützenswerten Lebensgrundlagen lebe ich auch mit meinen beiden Töchtern, im Alltag oder am Wochenende. Da sind wir oft in den Bergen zu finden oder am See.

Was bedeutet Europa für dich?

Europa ist unser großes Friedensprojekt. Nie wieder Krieg in Europa – das ist ein wichtiges Ziel! Viele politische Fragen können definitiv auf europäischer Ebene besser gelöst werden als auf nationalstaatlicher Ebene. Wir haben mit der EU ein unglaublich kostbares Instrument für Umwelt- und Klimaschutz, für soziale Gerechtigkeit – eben für unsere Grünen Kernanliegen. Die EU kann da im Sinne seiner Bürgerinnen und Bürger ansetzen, wo nationale Regierungen, Landes- und kommunale Politik nicht kann, nicht will, oder schlichtweg versagt. Sie setzt sich zum Beispiel für saubere Luft ein, wenn sie die Grenzwerte für Stickstoffdioxide ausbuchstabiert, oder sie sorgt für sauberen Boden, wenn sie die deutsche Bundesregierung verklagt, weil zuviel Nitrat in unserem Boden ist. Ich habe zweieinhalb Jahre jeweils in den USA und in Paris gelebt, studiert und gearbeitet. Das war eine schöne Erfahrung. In Bayern dahoam, in Europa und der Welt zu Hause – das fasst gut zusammen, was Europa für mich bedeutet.

Wie hast du dich bisher für Europa engagiert?

Meine erste kleine Publikation bei der Stiftung Wissenschaft und Politik handelte von Europa und der der Wirtschafts- und Währungsunion. Als der Euro in Frankreich eingeführt wurde, habe ich das mit meinen Freunden ausgelassen gefeiert. Zu dieser Zeit habe ich in Paris gelebt und das war für uns Politikinteressierte ein bewegender Moment. Als Gastforscherin am American Institute for Contemporary German Studies in Washington, D.C./USA habe ich über die transatlantischen Beziehungen geschrieben – sozusagen über Europa von der anderen Seite des Teichs betrachtet, das war spannend. Am Centrum für angewandte Politikforschung habe ich in der Forschungsgruppe Europa zu den transatlantischen Beziehungen gearbeitet – einem Institut, das politikwissenschaftlich berät. Anlässlich meiner Europakandidatur 2014 habe ich dann bei unzähligen Veranstaltungen, Podien und Infoständen mit Menschen zum Thema Europa gesprochen und diskutiert, was ich bis heute tue. Viele Menschen gehen für Europa auf die Strasse – als Pulse of Europe Aktivistin bin ich regelmässig mit dabei. Dort habe ich in Berlin vor 4000 Menschen bei strömenden Regen gesprochen, oder vor 2000 Menschen in München bei schönstem Sonnenschein. Eine pro-europäische Bürgerbewegung ist wichtig, aber eben auch klar formulierte politische Forderungen. Als Mitglied des Landesvorstandes der bayerischen Grünen konnte ich im vergangenen bayerischen Landtagswahlkampf ganz konkret daran mitarbeiten, dass wir Grüne im bayerischen Landtagswahlkampf unser Position als klare Pro-Europa Partei vertreten. Als Sprecherin der grünen Landesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Finanzen setze ich ausserdem immer gerne europabezogene Themen mit auf die Agenda. Bayern liegt im Herzen Europas – sich hier zu engagieren, lag mir immer nahe.

Weshalb hast du dich zur Kandidatur entschlossen?Henrike-Hahn

Ich bin Europäerin mit Leib und Seele und die Europäische Union ist für mich ein Herzensthema. 2014 war ich schon einmal Kandidatin für das Europaparlament, seitdem hat sich viel verändert. Der Wind gegen Europa ist rauer geworden – aber meine Entschlossenheit, für Europa zu kämpfen, ist umso fester! Wir Grüne sind die einzige klare Pro-Europa Partei ohne Wenn und Aber. Die Europäische Union ist unser großes Friedensprojekt, das wir bewahren und weiterentwickeln müssen. Auch gerade angesichts des Rechtsrucks in Europa, der auch im kommenden Europaparlament zu befürchten ist – und in Bayern jetzt im Bayerischen Landtag bis vor unsere Haustür gelangt ist. In diesem Europawahlkampf geht es mehr als je zuvor um Fremdbestimmung oder Demokratie, ‚Jeder für sich‘ oder Zusammenhalt, Zerstörung oder Erhalt der Natur. Umso mehr gilt es jetzt, klar für Europa einzustehen! Ich will für ein Europa kämpfen, dass ökologisch und sozial ist! Deshalb kandidiere ich für das Europaparlament.

Wie möchtest du Europa weiterentwickeln, wofür möchtest du dich im Europaparlament einsetzen?

Ich will mich im Europaparlament für eine grüne Wirtschaftspolitik einsetzen mit dem Ziel der Versöhnung von Ökologie und Ökonomie unter Einhaltung der Pariser Klimaziele. Und wir benötigen dringend einen EU-Haushalt der klaren ökologisch-sozialen Kriterien entspricht. Ich möchte im Europaparlament auch weiter kämpfen gegen Rassismus, gegen Antisemitismus – und einstehen für Gleichstellung. Wir brauchen eine EU mit Rückbindung an die Zivilgesellschaft und Visionen! Wir müssen den jungen Menschen zuhören und auch den Menschen, die sich von der Demokratie und der EU im Stich gelassen fühlen. Europa muss zu den Menschen hin, damit die Menschen auch Europa wollen! Die EU soll für Humanität und Solidarität stehen: Ich will eine solidarische Flüchtlingspolitik und mehr Steuergerechtigkeit. Für diese Inhalte stehen wir Grüne mit Leidenschaft, Optimismus und Tatkraft!

Mehr Infos über Henrike unter www.henrike-hahn.de

 

Reinhard von Wittken 

Wer bist du, beruflich und privat?

Aufgewachsen bin ich in Krailling, heute lebe und arbeite ich in Freising und bin im Grünen Ehrenamt Kreisvorsitzender des Kreisverbands Freising. Als ich in der 11. Klasse Schülersprecher war, habe ich auf einem Gedenkzug an den Todesmarsch von Dachau, der durch meine Gemeinde zog, zum ersten Mal mit Überlebenden des Holocaust gesprochen. Das hat mich extrem politisiert und ich engagiere mich noch immer in der Gedenkarbeit. Das „Nie wieder“, auf dem die Europäische Integration doch im Kern beruht, ist für mich akute politische Aufgabe, bei der die Zivilgesellschaft immer aktiv miteingebunden werden muss. Das Thema Ökologie wurde mir mit einer Mutter als Biolehrerin quasi mit in die Wiege gelegt und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Kind mit Freunden Unterschriften gegen Tiertransporte gesammelt habe. Heute fasziniert mich die Idee einer nachhaltigen Wirtschaft, die respektvoll mit unseren Lebensgrundlagen umgeht und ich promoviere als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung im Bereich Nachhaltige Entwicklung und Unternehmertum an der TU München in Freising-Weihenstephan.

Reinhard von Wittken_Europawahl Kandidat

Was bedeutet Europa für Dich?

Europa ist zu aller erst ein großartiges Friedensprojekt, um das wir in der Welt beneidet werden. Es zeigt uns: Aus der eigenen Geschichte lernen ist möglich! Meine Beziehung zu Europa ist ein bisschen vergleichbar mit der zu einer guten Freundin. Man wünscht ihr von Herzen alles Gute und darf gleichzeitig aber auch sagen, was man nicht so toll findet. Wenn wir verhindern wollen, dass Europa scheitert, dann müssen wir sein soziales Versprechen erneuern und dafür sorgen, dass es wieder Perspektiven für jeden bietet und niemanden zurücklässt.

Wie hast Du Dich bisher für Europa engagiert?

Bei meinem Engagement für Europa sind die Grenzen zwischen Politischen und Privaten fließend. Vor einigen Jahren durfte ich für mein Studium nach London, wo ich Internationale Beziehungen mit Europastudien im Schwerpunkt studierte. Zu einigen Freunden von damals habe ich heute noch Kontakt und es ist spannend zu sehen, wie sich jungen Menschen für ein sozialeres und ökologischeres Europa einsetzen. An der Uni war ich zudem in den letzten Jahren Mitglied in einem EU-Forschungsprojekt zum Thema Grüne Ökonomie in Europa. Dieses Wissen würde ich in Zukunft gerne auf europäischer Ebene im Europaparlament miteinbringen, damit die sozial-ökologische Transformation unserer Wirtschaft gelingt. Bei uns Grünen engagiere ich mich in der Landesarbeitsgemeinschaft Europa, Frieden & Internationales.

Weshalb hast Du Dich zur Kandidatur entschlossen?

Ein Grundinteresse mich für Europa zu engagieren habe ich schon länger. Zu meiner Kandidatur entschlossen habe ich mich aber, weil ich nicht dabei zuschauen mag, wie aggressiver Populismus die Axt anlegt an unser Friedenprojekt Europa, das wir in einer Politik der vielen kleinen Schritte in den letzten 70 Jahren erbaut haben. Unser proeuropäische Landtagswahlkampf hat mir dann nochmal gezeigt, dass wir Grüne genau die richtige Partei sind um Europas Versprechen in eine soziale und ökologische Politik zu erneuern.

Wie möchtest Du Europa weiterentwickeln, wofür möchtest Du Dich im Europaparlament einsetzen?

Mir ist es wichtig, dass wir die Nachhaltigkeitswende unserer Wirtschaft als gesamtgesellschaftlichen Aufgabe verstehen. „Die Wirtschaft“ ist immer Teil unserer Gesellschaft, hat dadurch eine gesellschaftliche Verantwortung und bleibt gleichzeitig gestaltbar. Überall sind wir darauf angewiesen, dass Verbraucher*innen, Unternehmer*innen, Zivilgesellschaft und Politik zusammen an einem Strang ziehen. Dafür brauchen wir auf europäischer Ebene aber endlich eine ambitionierte und verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie. Wichtig dabei ist, dass unser Anspruch nachhaltig und fair zu wirtschaften, nicht an Europas Außengrenzen endet! Wirtschaftliche Nachhaltigkeit und fairer Welthandel sind nur gemeinsam denkbar. Im Europäischen Parlament würde ich mich gerne dafür einsetzen, dass wir die Wirksamkeit unserer Bürger*innen weiter stärken, indem wir die Verbraucherrecht weiter ausbauen, die Rahmenbedingungen für grüne und am Gemeinwohl orientierte Unternehmen verbessern und die Möglichkeit zur politische Teilhabe aller Bürger*innen innerhalb und außerhalb der Parlamenten gewährleisten. Letztlich machen wir damit unserer Wirtschaft zukunftsfest, stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und sichern den europäischen Frieden.

Mehr Infos über Reinhard unter www.reinhardvonwittken.de