Digitale Spiele erhalten, Verbraucher*innenrechte stärken

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bayern setzen sich dafür ein, dass rechtmäßig erworbene Videospiele nicht allein durch die Abschaltung zentraler Server oder anderer vom Anbieter kontrollierter Dienste dauerhaft unbrauchbar werden.

Wir unterstützen das grundlegende Anliegen der Europäischen Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames“ („Stop Killing Games“): Das Ende des kommerziellen Supports darf nicht automatisch das Ende eines digitalen Kulturguts bedeuten.

1. Digitale Verbraucher*innenrechte stärken: Die Bayerische Staatsregierung soll sich über den Bundesrat und gegenüber der Bundesregierung für einen europäischen Rechtsrahmen einsetzen, der Verbraucher*innen beim dauerhaften Erwerb digitaler Spiele besser schützt. Beim Kauf muss transparent sein, wenn wesentliche Funktionen dauerhaft von Servern oder anderen Diensten des Anbieters abhängig sind. Die geplante dauerhafte Einstellung solcher Dienste soll rechtzeitig angekündigt werden.

2. Ein faires End-of-Life für Games etablieren: Niemand soll verpflichtet werden, Server unbegrenzt weiterzubetreiben oder ein Spiel dauerhaft kommerziell zu unterstützen. Wird der Betrieb eines dauerhaft erworbenen Spiels eingestellt, soll jedoch grundsätzlich eine technisch und wirtschaftlich zumutbare Möglichkeit vorgesehen werden, das Spiel weiterhin nutzen zu können. Dafür kommen je nach Spiel beispielsweise ein Offline-Modus, die Entfernung einer Online-Authentifizierung, die Freigabe einer Serverlösung oder andere geeignete technische Lösungen infrage. Dabei müssen insbesondere die Möglichkeiten kleiner und unabhängiger Studios berücksichtigt werden.

3. Open Source und offene Standards ermöglichen: Open Source und offene technische Dokumentation können dazu beitragen, Spiele auch nach dem Ende ihres kommerziellen Lebenszyklus zu erhalten. Bei öffentlich geförderten Games sollen deshalb freiwillige Open-Source-, Open-Documentation- und vergleichbare Preservation-Modelle unterstützt werden, sofern Rechte Dritter dem nicht entgegenstehen.

Beschlossen auf der Landesdelegiertenkonferenz 2026 in Landshut.

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